Künstliche Intelligenz und der Wandel der Arbeitswelt

📅 Montag, 19. Januar 2026 | 18:30 Uhr – 19:30 Uhr | per Zoom
„Von jeder Wahrheit ist das Gegenteil ebenso wahr.“ (Hermann Hesse in Siddharta)
Der rasante technologische Fortschritt – insbesondere durch Künstliche Intelligenz – verändert unsere Arbeitswelt tiefgreifend. Doch diese Entwicklung ist nicht nur eine technische, sondern vor allem eine menschliche Herausforderung.
Dieser Vortrag betrachtet den Wandel bewusst als Polarität: zwischen technischer Entwicklung und geistiger, menschlicher Entwicklung. Technik wird dabei weder verteufelt noch idealisiert. Sie wird als das verstanden, was sie ist: ein machtvolles Werkzeug – mit Folgen für Selbstverständnis, Bildung, Arbeit und Sinn.
Ausgehend von Gedanken Hermann Hesses, der bereits früh den Verlust des Geistigen im Zuge von Technologisierung und Funktionalisierung des Menschen beschrieben hat (u. a. im Steppenwolf und in der „Hochjagd auf Automobile“), werden auch weitere Stimmen der Jahrhundertwende einbezogen, die ähnliche Spannungen zwischen Fortschritt und Menschsein benannt haben.
Zentrale These des Vortrags:
Jedes System gerät aus der Balance, wenn dauerhaft nur ein Pol bedient wird.
Aktuell wird global nahezu ausschließlich der technische Pol verstärkt – mit der Folge einer zunehmenden Funktionalisierung und Entmenschlichung. Der Mensch wird reduziert auf Leistung, Effizienz und Verwertbarkeit.
Demgegenüber stellt der Vortrag die Frage:
Was macht den Menschen im Kern aus?
Was braucht geistige Entwicklung?
Und wie muss eine adäquate Investition in den Menschen aussehen, wenn gleichzeitig massiv in Technologie investiert wird?
Die technologische Entwicklung wird dabei nicht als Bedrohung, sondern als Chance verstanden: Sie wirft uns auf uns selbst zurück und zwingt dazu, Fragen nach Sinn, Haltung, Bildung und innerer Entwicklung neu zu stellen. Daraus ergibt sich auch ein grundlegender Veränderungsdruck auf das Bildungssystem.
Der Vortrag ist interaktiv angelegt, bezieht Erfahrungen der Teilnehmenden ein und eröffnet einen gemeinsamen Denk- und Reflexionsraum.
Technik und Mensch gehören zusammen.
Zukunft entsteht aus Balance – nicht aus Einseitigkeit.
